Verwählt

Grade eben:

*hierregiertdermtv*
Hmm... unbekannter Anruf... mal sehen, wer dran ist...

"Hallo?"
"Ey?"
"Ja, hallo?"
"Hier Junge... du hast einen Fehler gemacht!"
"Hä?"
"Hasse mich schon verstanden. Lass die Mädels aus Düsseldorf in Ruhe!"

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Blitzschneller Gedankengang. Düsseldorf? Fehler? Mädels? Der meint nicht mich, aber der Kollege ist schwer aggro. Das könnte lustig werden.
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"Alter... was für welche aus Düsseldorf denn? Ich kann mich nicht mehr an alle erinnern"
"Hier... in Vechta, Junge. Das war ein gewaltiger Fehler, mach das nich nochmal. Sonst..."
"Sonst was?"
"Hier, pass ma auf. Ich weiß hier..."
"Wo ich wohne?"

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Der Typ ist verwirrt, dass ich weiß, was er weiß. Rumpelstilzchen ist er also schon mal nicht. Aber ähnlich aggressiv.
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"Ääh. Alter, ich mach dich fertig. Am Bahndamm!"
"NEIN! Nicht am Bahndamm!" (ich täusche einen Weinkrampf vor)
"Äääh. Hier, lass die Mädels aus Düsseldorf in Ruhe oder ich mach dich fertig. Dich und deinen Kollegen mit den Locken!"
"Ach so. Den könnt ihr haben. (lach)"
"Reiz mich nich Junge! Ich weiß wo du wohnst!"
"Cool. Aber weißt du auch, wie ich heiße?"
"Du bist nur ein Scheißkanacke für mich, Junge"
"Buchstabier das doch mal"

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Diese geistige Meisterleistung überfordert ihn, also gibt er das Telefon erstmal seinem Kollegen, der offenbar seine Wurzeln in Russland oder den ehemaligen Sowjetstaaten hat.
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"Äh. Ja. Hier. Hallo?"
"Ja, Hallo?"
"Hier, passmaauf: Lass meine Freundin in Ruhe oder ich bring dich um, issasklar?"
"Umbringen, mhm. Warte, ich schreibs mir kurz auf."
"Ja. Äääh. Wie?"
"Ei ja, ich schreib mir das kurz mal auf. Umbringen, wenn ich nochmal Sex mit deiner Freundin hab."
"Alder, PASSAUF!"
"Wieso, kommt da noch mehr?"
"Ich bring dich um, du Scheißkartoffel"
"Ne, musste jetzt nicht mehr, ich habs mir ja aufgeschrieben. Nicht mehr deine Freundin, nur noch deine Mutter. Also, bis dann!"

... und aufgelegt.

Scheiße, egal wen die Jungs dachten am Ohr zu haben, ich will echt nicht in seiner Haut stecken... :D

3.6.07 14:31, kommentieren

Verweiblichung

Meine Schullaufbahn neigt sich ja nun langsam, aber (hoffentlich) unumstößlich ihrem Ende zu. Dreizehn Jahre rum, Schluss, Ende, Aus, Finito, Klappe zu, Affe tot, Abitur halt. Vom regulären Schulbesuch bereits befreut bietet der Tag mir nun wirklich sehr viel Freizeit - ungefähr 24 Stunden täglich. Und mit zunehmender Freizeit wurde mir dann doch Angst und Bang: Mit zunehmender Freizeit wurde ich immer weiblicher! Glaubt ihr nicht? Dann seht selbst:

- Ich habe am Freitag sieben Maschinen Wäsche gewaschen.
- Ich habe am Freitag außerdem die Küche, das Esszimmer UND das Wohnzimmer geputzt.
- Ohne Zwang.
- Ich habe mich bei irgendeinem Bild von Angelina Jolie aus Cannes darüber aufgeregt, was sie für ein abgrundtief hässliches Kleid anhat.
- Mein Tagesoutfit am Samstag war pink (Okay, war ein Telekom Baskets-Trikot. Zählt nicht.)
- Beim Pokalfinale habe ich zwei glasklare Abseitsstellungen nicht erkannt.

Aber schon kurz danach waren meine Sorgen wieder verschwunden. Nachdem ich meine sieben Maschinenladungen Wäsche eingeräumt hatte, stellte ich fest, dass ich nun echt genug Klamotten habe. Glücklich und zufrieden kratzte ich mich zwischen den Beinen und freute mich über meine spontan wiedergewonnene Männlichkeit.

28.5.07 20:44, kommentieren

Love 4 the game

Immer wieder die gleichen Fragen, die sich durch meine Hirnwindungen schlängeln. Warum tu ich mir das eigentlich an? Wieso bezahle ich am laufenden Meter sau viel Geld, um mir das anzusehen? Warum koste ich mich selbst unzählige Samstage und die Chance, mal ernsthaft eine Frau kennen zu lernen?

Und immer wieder stelle ich fest, dass es Liebe ist. Die Gänsehaut, wenn sie "Sirius" spielen. Das kurze Gebet vor dem Spiel. Das Geräusch, dass das Netz macht, wenn der Ball ohne Ringberührung durchfällt und du auf einmal ganz allein in der Halle bist. Das Quietschen der Sohlen auf dem Parkett. Fußball-Autoren behaupten, beim Basketball fallen zu viele Körbe, als dass ein Korb so viel Emotionen auslösen könnte wie ein Tor. Doch genauso wie ein Tor nur ein mal fällt, ist jeder Korb ein nie wieder zu kopierendes Unikat. Nirgendwo sonst existiert die perfekte Verbindung von Athletik und Eleganz wie in diesem Spiel. Kein Fußballer hat die "unsichtbare Treppe" eines Michael Jordan oder eines Chuck Eidson.

Die Momente bleiben unvergesslich. Köln, 1500 Leute, der Gesang, plötzlich stehe ich auf dem Parkett. Gießen, nur wenige Wochen später. Ich stehe auf der Bühne. Bamberg, Tonos Dreier und das Absperrband. Rouven, erst gegen Trier und dann gegen Frankfurt. Aber auch die Freude von Sam beim Spiel gegen Le Mans, die Begegnung beim Zähne putzen oder die Nacht mit Marco und Brian.

Ich will diese Momente nicht teilen, ich versuche es auch gar nicht. Meine Erinnerungen des Spiels sind so einzigartig wie jeder Korb. Das Spiel hat mir Momente und Menschen geschenkt.

Und am Ende stehe ich doch noch einmal alleine in der Halle. Nur der Korb, auf den sie alle gespielt haben, Adonis, Rick, BJ, Mookie, Rouven, Tono, Brian und Chuck. Ein, zwei Dribblings, die Drehung, der Absprung, der Wurf. Wenn der Ball durch das Netz fällt, abgedrückt wie tausendfach ohne Ball und Korb geübt, bin ich nicht mehr alleine in der Halle. Das Spiel lässt mich nicht allein.

1 Kommentar 10.5.07 18:46, kommentieren

Warum Englisch-LK?

Ohne Übertreibung kann man wohl sagen, dass mein Englisch ganz gut ist. Die logische Wahl für mich, als es an die Wahl der Leistungskurse ging, war, Englisch als Leistungsfach zu belegen. Der Gedankengang "Ich bin gut und in der Lage, einiges zum Unterricht beizutragen, also wähle ich diesen Kurs, weil ich gute Noten bekommen sollte" sollte für den geneigten Leser eigentlich nachzuvollziehen sein.

Falls nicht, hier das Gegenbeispiel: Ohne Übertreibung kann man wohl sagen, ich bin schlecht in Chemie. Die logische Wahl für mich, als ich die Möglichkeit bekam, das Fach abzuwählen, war deshalb, es abzuwählen. Spätestens der Gedankengang "Ich bin schlecht und nicht dauerhaft in der Lage, etwas zum Unterricht beizutragen, also wähle ich diesen Kurs ab, weil ich ansonsten schlechte Noten zu erwarten habe" sollte für den geneigten Leser nachvollziehbar sein.

Beides klar und verständlich? Dann: Herzlichen Glückwunsch! Sie als geneigter Leser sind damit allem Anschein nach deutlich klüger als geschätzte zwei Drittel meines Englisch-Leistungskurses, die mich tagtäglich mit Englisch-Gehversuchen auf dem Niveau eines Achtklässlers beleidigen, langweilen und zur Verzweiflung treiben. Die offenen Fragen bleiben: Miserable Selbsteinschätzung der eigenen Englisch-Fähigkeiten, fehlende Ehrlichkeit durch die betreuenden Englischlehrer oder schlicht und ergreifend das falsche Wort hingeschrieben, als man sich entscheiden musste?

1 Kommentar 10.5.07 18:16, kommentieren

Von der Freude, einen Fehler zu machen

Eigentlich müsste ich arbeiten, schließlich ist nächste Woche Abgabetermin für die schriftliche Ablaufdokumentation zur Präsentationsprüfung. Ich denk mir also, "Fuck, also bis nächste Woche die Präsentation fertig haben, ausdrucken und so weiter". Und was ist? Der Herr Schneider sagt mir einfach, dass es ja gar nicht so viel ist, sondern ich eigentlich nur meine Gliederung ein bisschen detaillierter machen muss und einreichen, dazu aufschreiben, was ich denn gerne für Medien hätte. Na, wenn das so ist, geh ich gleich eben Schnitzel essen anstatt zu Arbeiten. Manchmal ist es eben doch ganz angenehm, auf Fehler hingewiesen zu werden.

10.5.07 18:16, kommentieren