Verweiblichung

Meine Schullaufbahn neigt sich ja nun langsam, aber (hoffentlich) unumstößlich ihrem Ende zu. Dreizehn Jahre rum, Schluss, Ende, Aus, Finito, Klappe zu, Affe tot, Abitur halt. Vom regulären Schulbesuch bereits befreut bietet der Tag mir nun wirklich sehr viel Freizeit - ungefähr 24 Stunden täglich. Und mit zunehmender Freizeit wurde mir dann doch Angst und Bang: Mit zunehmender Freizeit wurde ich immer weiblicher! Glaubt ihr nicht? Dann seht selbst:

- Ich habe am Freitag sieben Maschinen Wäsche gewaschen.
- Ich habe am Freitag außerdem die Küche, das Esszimmer UND das Wohnzimmer geputzt.
- Ohne Zwang.
- Ich habe mich bei irgendeinem Bild von Angelina Jolie aus Cannes darüber aufgeregt, was sie für ein abgrundtief hässliches Kleid anhat.
- Mein Tagesoutfit am Samstag war pink (Okay, war ein Telekom Baskets-Trikot. Zählt nicht.)
- Beim Pokalfinale habe ich zwei glasklare Abseitsstellungen nicht erkannt.

Aber schon kurz danach waren meine Sorgen wieder verschwunden. Nachdem ich meine sieben Maschinenladungen Wäsche eingeräumt hatte, stellte ich fest, dass ich nun echt genug Klamotten habe. Glücklich und zufrieden kratzte ich mich zwischen den Beinen und freute mich über meine spontan wiedergewonnene Männlichkeit.

28.5.07 20:44

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